Plain makeup & skincare nerdism.

Going cruelty free out of selfishness.

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Zuletzt ist mir etwas seltsames passiert. Ich habe mir eine High-End-Wimperntusche gegönnt – die NARS Climax Mascara. Fünfundzwanzig Euro habe ich dafür bezahlt. Doch anstelle, dass so eine neue Errungenschaft Joy in mir hervorrief (Grüße an Marie Kondo), fühlte ich mich schlecht.

Kürzlich erst hatte ich erneut darüber gelesen, wie Tiere (Kaninchen, Mäuse, Affen, Katzen, Hunde, ..) gequält werden, indem ihnen Substanzen (Make-Up) auf die rasierte Haut oder direkt ins Auge gerieben werden. Auch gängig  ist das zwangsweise Füttern von Tieren mit Substanzen aka Make-Up-Ingredients. Make-Up. Nicht medizinische Produkte. MAKEUP. WTF. NARS ist ein Unternehmen, welches sowas praktiziert. Ich starrte meine neue, teure Climax Mascara an und fühlte mich schlecht.

Um mir in Zukunft nicht mein „Konsumenten-High“ zu vermiesen, entschied ich mich also von nun an nur noch dekorative Kosmetik von „Cruelty-Free“ zertifizieren Unternehmen zu kaufen.

Gar nicht so schwer, wie ich feststellte. Dank Webseiten wie crueltyfreekitty oder Ethicalelephant reichen ein paar Klicks und man hat alle Infos, welche man zum jeweilige Unternehmen benötigt. Und weil ich dazu schon oft gefragt wurde: Weder PETA selbst, noch die oben gelisteten Websites berĂĽcksichtigen bei einem tierversuchsfreiem Tochterunternehmen (z.B. Urban Decay oder NYX) ob ihr jeweiliges Mutterunternehmen (in diesem Fall L’OrĂ©al ) es anders handhabt. Dies ist mir auch ganz schlĂĽssig. SchlieĂźlich sendet man als Konsument durchaus ein Signal an die Holding Gesellschaft, gibt man sein Geld fĂĽr die Produkte der tierversuchsfreien Töchter, nicht aber die der ethisch fragwĂĽrdigen Tochter-Unternehmen aus.

Welche Marken fallen nun fĂĽr mich weg?

Ein Blick auf meine Makeup-Kollektion hat mich schnell munter gestimmt. Lediglich 1/3 der Makeup-Marken in meiner Kollektion fĂĽhren Tierversuche durch. Ich habe, Interesse halber, mal alle davon auf einen Haufen gepackt.

Gar nicht mal so wenig. Nachkaufen werde ich, sollte sich am cruelty-free-Status der hier zu sehenden Marken nichts ändern, kein einziges der Produkte. Das finde ich auch gar nicht so schlimm – schließlich gibt es Unmengen an Unternehmen, welche (ob nun aus ethischen Gründen oder aufgrund von Konsumenten wie mir) auf Tierversuche verzichten, so dass ich zuversichtlich bin, richtig gute Alternativen für die im Bild oben zu sehenden Produkte zu finden.

Ich persönlich finde es übrigens sehr interessant, wie unterschiedlich die verschiedenen Unternehmen an die Sache mit China herangehen (in China sind Tierversuche für Kosmetik-Produkte, welche nicht in China selbst produziert wurden, verpflichtend. Somit ist jedes Unternehmen, welches Kosmetik nach China importiert NICHT cruelty-free):

Cruelty-free konsumieren – warum jetzt ein guter Zeitpunkt ist.

  1. Es wurde einem noch nie so einfach gemacht. Die Leichtigkeit Informationen und tierversuchsfreie Alternativen zu altbekannten Produkten zu finden, ist verblĂĽffend.
  2. Man wird gehört. Aufgrund des engen Kontaktes, den Marken via Social Media zu ihren Zielgruppen pflegen, gibt es eine echte Chance, dass solche bewussten Konsumentscheidungen (Hashtag #crueltyfree) etwas bewegen.
  3. Man wirkt daran mit, die Strömung zu einem Hype, im positiven Sinne, zu wandeln. Ein Unternehmen, welches nicht mit der Zeit dem Hype geht, ist heutzutage schnell weg vom Fenster.

Abschließen möchte ich diesen Blogpost noch mit der Bitte, niemanden dafür zu verurteilen aktuell (noch) nicht darauf zu achten, ob ein Produkt von einem tierversuchsfreien Unternehmen stammt oder nicht. Jeder kann und darf selbst bestimmten, ob, wann und wie er mit solch ethischen Fragen umgehen möchte. Ich freue mich jedenfalls schon darauf, in Zukunft wieder ein positives Konsum-Erlebnis zu haben, wenn ich fucking 25€ für eine Wimperntusche ausgebe.

All love, Marie


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